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VERDIS OPER, Venedigs Bühne

La Traviata: Verdis Oper und ihre turbulente Premiere in Venedig

Eine der weltweit meistgespielten Opern startete 1853 als Reinfall am venezianischen Teatro La Fenice – die wahre Geschichte von Verdis La Traviata, vom Pariser Theaterstück zum venezianischen Triumph.

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Eine Tragödie, die in nur wenigen Wochen geschrieben wurde

Giuseppe Verdi komponierte „La Traviata“ im Frühjahr 1853 – und das in erstaunlicher Geschwindigkeit, selbst für seine eigenen produktiven Maßstäbe. Er adaptierte dabei Alexandre Dumas‘ Theaterstück „Die Kameliendame“, das wiederum auf Dumas‘ eigenem Roman über eine Pariser Kurtisane beruhte. Verdi hatte das Stück im Jahr zuvor in einer Pariser Inszenierung gesehen und war von dessen ungeschöntem, zeitgenössischem Stoff fasziniert: eine gefallene Frau, eine Liebesbeziehung, die die Familie des Geliebten nicht akzeptiert, und ein Tod durch Schwindsucht. Die Geschichte einer Kurtisane als ernste Oper zu vertonen, war für die damalige Zeit ungewöhnlich – und Verdi soll sich sogar eine Aufführung in zeitgenössischen Kostümen gewünscht haben. Doch Venedigs Teatro La Fenice lehnte dies ab und entschied sich für das sicherere historische Gewand.

Eröffnungsabend in La Fenice, 6. März 1853

Die Premiere verlief nicht gut. Zeitgenössische Berichte verweisen auf eine unpassende Besetzung – die Sopranistin, die Violetta sang, eine Figur, die an Schwindsucht sterben sollte, galt als zu kräftig, um glaubwürdig zu wirken – sowie auf ein Publikum, das sich an einer Heldin störte, die unverkennbar eine Kurtisane und keine verkleidete Gräfin war. Verdi soll den Abend in einem Brief an einen Freund als Fiasko bezeichnet haben. Es ist einer der am besten dokumentierten Misserfolge der Operngeschichte: Ein Werk, das heute häufiger aufgeführt wird als fast jedes andere im Repertoire, erlebte seine Uraufführung als echter Reinfall – in derselben Stadt, in der es anderthalb Jahrhunderte später noch immer inszeniert wird, nun in einem privaten Palazzo am Canal Grande statt in einem öffentlichen Opernhaus.

Die Geschichte, in groben Zügen

La Traviata erzählt, ohne die Wendungen vorwegzunehmen, die Geschichte von Violetta, einer Pariser Kurtisane, und ihrer Liebesbeziehung zu einem jungen Mann namens Alfredo – eine Beziehung, die durch die Ablehnung seiner Familie und Violettas schwindende Gesundheit belastet wird. Es ist eine intime Geschichte nach Opernmaßstäben: keine Schlachten, keine Götter, keine dynastische Politik, sondern nur eine Handvoll Figuren und eine Handlung, die sich größtenteils in Salons und privaten Gemächern abspielt. Diese häusliche Dimension ist ein Grund, warum die Oper immer wieder neue Inszenierungen findet – von großen Opernhäusern mit vollem Chor und Orchester bis hin zu deutlich kleineren Arrangements: Das emotionale Gewicht liegt in wenigen engen Beziehungen, nicht im Spektakel.

Vom Misserfolg zum festen Bestandteil des Repertoires

Verdi und seine Mitarbeiter überarbeiteten die Oper – Berichten zufolge mit Anpassungen bei der Besetzung und Teilen der Inszenierung – für eine zweite Produktion in Venedig im Jahr 1854 am Teatro San Benedetto, die dort gelang, wo die Premiere an der La Fenice gescheitert war. Von dort aus wurde La Traviata zu einer der am häufigsten gespielten Opern der Welt – ein Status, den sie bis heute innehat. Die Überarbeitungsgeschichte ist für den Kontext von Bedeutung: Die Fassung, die das Publikum heute kennt und liebt, war kein sofortiger Erfolg, sondern ein Comeback – und dieses Comeback fand ausgerechnet in derselben Stadt statt, die sie zuerst abgelehnt hatte.

Warum sich diese Oper für eine Inszenierung im Raummaßstab eignet

La Traviata hat für Opernverhältnisse eine kleine Besetzung, und ein Großteil der Handlung spielt sich in privaten Räumen ab – einem Salon, einem Schlafzimmer, einem Arbeitszimmer – statt auf öffentlichen Plätzen oder Schlachtfeldern. Das macht sie geradezu prädestiniert für Inszenierungen in echten Wohnräumen statt in einem eigens gebauten Theater: Die Oper war gewissermaßen schon immer auf Salonformat angelegt, selbst wenn sie mit vollem Orchester und Chor für die Fest- und Gesellschaftsszenen aufgeführt wird. Welche konkrete Oper auch immer an einem bestimmten Abend in einem Palazzo am Canal Grande auf dem Programm steht – es lohnt sich zu wissen, dass die Geschichte der Traviata – Verdis Überarbeitungen, das intime Format der Handlung – ein Grund dafür ist, warum sich dieses Repertoire so hervorragend in private Räume übertragen lässt.

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